• Bettina Grill

Was ist ein Familiensystem und wie funktionieren systemische Aufstellungen?



Familienaufstellungen sind eine sehr wirkungsvolle therapeutische Methode. Sie helfen bei Problemlösungen, machen dabei sogar Spaß und schulen die eigene Wahrnehmungsfähigkeit.

Lesen Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte über diese klassische Art der Aufstellungen, wie sie ablaufen und was sie bewirken können.



Inhalte dieses Artikels:

Was ist ein System?

Erklärungsansätze für das Funktionieren eines (Familien-)Systems

Unsere DNA als verbindendes Element

Probleme systemisch bearbeiten

Welche Probleme können mit einer Familienaufstellung bearbeitet werden?

Die klassische Familienaufstellung – der Ablauf

Wie fühlt sich eine Aufstellung für die Stellvertreter an?

Was zeigt sich in einer Aufstellung?

Können Geheimnisse oder unangenehme Dinge offenbar werden?

Was passiert nach der Familienaufstellung?

Was tun, wenn keine Stellvertreter vorhanden sind? Methoden der Einzelaufstellung

Fazit



Was ist ein System?

Grundlage der systemischen Beratung oder Therapie ist die "systemische Sichtweise" - doch was bedeutet das?


Als System betrachtet man zunächst einmal eine Gruppe von Elementen, die miteinander in Beziehung stehen.

Das können sein:

  • soziale Systeme: Familien, aber auch Arbeitskollegen, Schulklassen, Vereine etc.

  • psychologische Systeme: unsere innerpsychischen Anteile, Charaktermerkmale, aber auch unsere inneren "Rollen" (wir in der Rolle als Elternteil gegenüber unseren Kindern, als (Ehe-)Partner, als Kind unserer Eltern etc.)

  • biologische Systeme: in unserem Fall wäre das vor allem der Körper mit seinen verschiedenen Organen, Organfunktionen und Steuerungssystemen

In diesem Artikel soll der Schwerpunkt auf dem System Familie liegen, das Gesagte kann aber grundsätzlich auch auf alle anderen Systeme übertragen werden.


Im systemischen Denken wird anerkannt, dass Menschen, die verwandt sind oder in einer Gruppe miteinander zu tun haben, sich unbewusst gegenseitig beeinflussen. Dadurch entstehen komplexe Wechselwirkungen.

Diese Menschen sind gewissermaßen wie durch unsichtbare Bänder miteinander verbunden.


Sichtbar und spürbar wird diese Wechselwirkung im Beziehungsmuster dieser Menschen untereinander. Dieses kann harmonisch und unterstützend sein, es können sich aber auch Probleme und Konflikte ergeben, die man sich dann oftmals nicht so recht erklären kann.

Diese wechselseitige Beeinflussung ist in vielen Studien belegt worden und wissenschaftlich anerkannt, auch wenn sie bislang in ihrer Wirkungsweise nicht vollständig erklärt werden kann.


Um sich ein System besser vorstellen zu können, wird meist das Bild von einem Mobile herangezogen:

  • In einem Mobile gibt es eine fest umrissene Anzahl an "Mitgliedern", die alle ihren angestammten Platz haben, so wie Menschen einer Gruppe ihre Position und Rolle innehaben.

  • Wenn man im Mobile ein Teil verändert – beispielsweise größer und schwerer macht oder in seiner Position verschiebt – gerät das gesamte Mobile aus seiner Balance und sucht sich nach kurzer Zeit eine neue ausbalancierte Position. Diese ist dann unter Umständen nicht mehr harmonisch, sondern in "Schieflage".

  • Starke "Stürme" bewirken sogar, dass sich das Mobile verheddert und die einzelnen Elemente nicht mehr frei und eigenständig schwingen können.

  • Gleichzeitig hat ein Mobile die Fähigkeit, selbst wieder ins Gleichgewicht zu kommen, wenn es von außen einen Impuls bekommt und angestoßen wird. Auch das ist typisch für Systeme, die sich von innen heraus und unbewusst selbst organisieren und ihr Gleichgewicht suchen.

Übertragen auf Gruppen oder Familien bedeutet das: durch eine Vielzahl an bewussten oder auch unbewussten Ereignissen kann das gute Miteinander gestört werden, beispielsweise durch:

  • größere und auch kleinere traumatische Ereignisse

  • Ausgrenzung oder Krankheit

  • das Dazukommen oder Ausscheiden von Mitgliedern (in Familien also Geburt oder Tod von Familienmitgliedern)

  • Themen, die aus dem Familiensystem, also von den Eltern und Großeltern, übernommen wurden


Dann gerät das System aus seiner Balance und funktioniert nicht mehr harmonisch.

In der Familie oder Gruppe ist ein gutes Miteinander erschwert. Die Beziehungen untereinander und auch die Kommunikation sind belastet – unter Umständen bis hin zu einem Punkt, wo vor lauter Konflikten kein Miteinander mehr möglich ist.

Erklärungsansätze für das Funktionieren eines (Familien-)Systems

Wie oben schon erwähnt, gibt es bislang keine nachvollziehbare wissenschaftliche Erklärung für die Mechanismen, die in Systemen wirken.

Theorien, die immer wieder zur Erklärung herangezogen werden, umfassen unter anderem:

  • einen Einfluss der Spiegelneurone im Gehirn

  • Quantentheorie und Heisenbergsche Unschärferelation

  • Morphogenetische Felder-Theorie von Rupert Sheldrake

  • die Holon-Theorie, nach der ein Ganzes wiederum Teil eines anderen Ganzen ist (z. B. ist eine Zelle gleichzeitig etwas Ganzes und Teil eines Körper)


Doch auch wenn die zugrunde liegenden Mechanismen nicht vollständig verstanden werden, werden die Existenz von Systemen und auch die Wirksamkeit von systemischen Aufstellungen nicht mehr in Frage gestellt.

Mittlerweile wird die systemische Therapie auch von den Krankenkassen als wirksame therapeutische Methode anerkannt.


Alternative Erklärungen, warum Systeme und das systemische Arbeiten wirken, gibt es ebenfalls zahlreiche:

  • die seelische Ebene, also eine Verbindung in einer höheren Dimension als unseren drei bekannten

  • die geistige Ebene, denn diese ist nicht an Raum und Zeit gebunden und kann überall und jederzeit wirksam werden

  • Quantenresonanz: aus der Quantenphysik ist die Quantenverschränkung bekannt. Danach reagieren Lichtquanten, die miteinander in Beziehung stehen, auch gleichzeitig und miteinander - egal, wie weit sie voneinander entfernt sind.

Unsere DNA als verbindendes Element


Aus meiner persönlichen Sicht spielt neben den seelisch-geistigen Ebenen auch unser Erbgut in Familiensystemen eine wichtige Rolle.


Dazu gibt es ein Experiment, das die Wirkung verdeutlicht:

  • Es wurden mehrere DNA-Proben eines Versuchs-Teilnehmers genommen.

  • Diese wurden in unterschiedliche, zum Teil weit entfernte Labore gebracht.

  • Dort hat man ein elektromagnetisches Feld auf eine der DNA-Proben einwirken lassen.

  • Das Ergebnis war: ohne jeden Zeitverlust konnte man eine Reaktion auch bei der DNA in dem weit entfernten Labor beobachten.

  • Auf eine bislang unbekannte Weise hat die DNA die Funktion einer Antenne, sie sendet und empfängt. Auch hier spielt vermutlich die oben erwähnte Quantenebene eine Rolle.

Innerhalb einer Familie tragen die einzelnen Mitglieder zu einem Teil dieselbe DNA in sich:

  • bei Eltern und Kindern ist die DNA zu 50% identisch

  • bei Geschwistern sind ebenfalls 50% gleich (je Elternteil 25% Übereinstimmung)

  • zu den Großeltern ist die Übereinstimmung 25%

  • entsprechend weniger wird es in weiter zurückliegenden Generationen, dennoch gibt es auch hier immer noch einen Anteil der DNA, der identisch ist


Wenn die Annahme stimmt, dass DNA mit sich kommuniziert, ist es auf diese Weise möglich, dass Informationen innerhalb derselben DNA weitergegeben werden.

So kann eine einschneidende Entwicklung in einem Familienmitglied auch in anderen eine Wirkung entfalten. Das alles passiert natürlich in aller Regel vollkommen unbewusst.

Probleme systemisch bearbeiten


Was bedeutet es, ein Problem systemisch zu betrachten und zu lösen?

Nach der Systemischen Theorie entsteht ein Problem nicht aus sich heraus und nicht nur an einer einzelnen Stelle im System, sondern aus der Wechselwirkung verschiedener Mitglieder im System.


Ein Beispiel:

Wenn ein Kind in einer Familie auffälliges Verhalten zeigt, liegt die Ursache in aller Regel nicht allein im Kind begründet. Sondern das gesamte Beziehungsgeflecht vor allem mit den Eltern ist gestört und führt zu dem Symptom beim Kind.


So manches "Problem" des Kindes kann sogar gelöst werden, indem die Eltern ihre Erwartungen, Gefühle, eigenen Kindheitsthemen etc. aufarbeiten.

Dadurch entsteht eine Entlastung im gesamte Familiensystem und das Kind kann zu einem "normalen" Verhalten zurückkehren.


Wenn Sie sich tiefergehend für das Systemische Arbeiten und die Systemische Beratung interessieren, finden Sie in diesem Artikel weitere Informationen.

Welche Probleme können mit einer Familienaufstellung bearbeitet werden?


Mit einer Familienaufstellungen können verschiedenste Fragestellungen bearbeitet werden:

  • Nicht wenige Klienten möchten grundsätzlich einmal ihr Familiensystem anschauen und "aufräumen". Solche Aufstellungen betrachten die Herkunftsfamilie oder die Gegenwartsfamilie, also entweder die, in der wir selber Kind waren, oder die, in der wir jetzt mit Partner und eigenen Kindern leben. Eine konkrete Fragestellung gibt es oftmals zunächst nicht, man überlässt es "dem System", die drängendsten Probleme zu zeigen (was auch in aller Regel so eintreten wird).

  • Das klassische Problem oder Anliegen für eine Familienaufstellung ist eine schwierige Beziehung innerhalb der Familie oder insgesamt eine belastende Familiensituation.

  • Es können auch verstorbene Familienmitglieder in die Aufstellung einbezogen werden. Zum einen erleichtert es Menschen sehr, in einer Aufstellung auszusprechen zu können, was zu Lebzeiten nicht mehr möglich war. Zum anderen stirbt die Seelenenergie nicht und existiert weiter, so dass das Gesagte auf einer höheren Ebene ankommt und wirken kann.

  • Auch viele persönliche Probleme wie Ängste, Erfolglosigkeit, anhaltende Beziehungsprobleme oder auch Erkrankungen können eine Ursache im Familiensystem haben und somit in einer Familienaufstellung heilsame Impulse erhalten.

  • Oftmals ist es auch so, dass gar nicht konkret die Familie aufgestellt werden soll, sondern irgendein Problem im Leben des Klienten/der Klientin. Im Verlauf der Aufstellung zeigt sich aber ein Zusammenhang mit der Familie, die dann in die Aufstellung dazu genommen wird.

Die klassische Familienaufstellung – der Ablauf


Eine Familienaufstellung umfasst normalerweise die aufstellende Person, den Moderator, die Stellvertreter und, wenn die Gruppe größer ist, weitere Personen als Zuschauer.

Der Ablauf ist folgendermaßen:


1. Klärung des Anliegens

Das Anliegen der aufstellenden Person wird besprochen und geklärt. Das kann offen in der gesamten Gruppe geschehen oder auch nur zusammen mit dem Moderator. Im letzteren Fall kann die Aufstellung dann verdeckt ablaufen, das heißt, die Stellvertreter wissen nicht, wen sie darstellen.

Das hat den Vorteil, dass der Verstand der Stellvertreter "ausgeschaltet" wird und sie vollkommen nach ihren Gefühlen agieren. Denn: wer weiß, dass er beispielsweise den Vater, die Großmutter oder ein Geschwister darstellt, wird immer auch seine eigenen Erfahrungen mit diesen Personen einfließen lassen. Eine verdeckte Aufstellung ist natürlich für die Stellvertreter nicht ganz so interessant und spannend, wenn sie zunächst völlig im Unklaren sind. Vielfach wird am Ende der Aufstellung "aufgedeckt", also die Rollen werden enthüllt. Geeignet ist eine verdeckte Aufstellung meiner Erfahrung nach vor allem für

  • eher ungeübte Stellvertreter, die sich unsicher sind, was die Gefühle und Impulse der Rolle sind und was ihre eigenen,

  • sowie für Aufstellungs-Methoden, die den Stellvertretern viel Freiheiten innerhalb der Aufstellung lassen, wo der Moderator sich also stark zurücknimmt.

2. Auswahl der Stellvertreter

Die Stellvertreter werden ausgewählt und bekommen, je nach Methode, von der aufstellenden Person einen Platz im Raum zugewiesen oder suchen selber "ihren" Platz.


3. Die eigentliche Aufstellung

Anschließend werden die Stellvertreter befragt, wie sich sich an ihrem Platz und gegenüber den anderen Stellvertretern fühlen.

Der Moderator führt sie dann gegebenenfalls zu einem anderen Platz, konfrontiert sie mit einzelnen Stellvertretern und entwickelt so ein Lösungsbild.

Bei freien Aufstellungen dürfen die Stellvertreter ihren Impulsen nachgeben und sich frei im Raum bewegen.

Wie fühlt sich eine Aufstellung für die Stellvertreter an?


Die Stellvertreter zeigen Gefühle und Gedanken, oft sogar Sprachmuster oder Verhaltensweisen der Person, in deren Rolle sie hineingeschlüpft sind.


Dabei ist es für die Stellvertreter zunächst oft nicht zu unterscheiden, ob diese Gefühle ihre eigenen sind oder sie die Gefühle nur aus agieren.


Dann zeigt sich des Öfteren, dass man nicht "einfach so" für diese Rolle als Mutter, Vater o. ä. ausgewählt wurde, denn "zufällig" trägt man das korrespondierende eigene Thema in sich – ein faszinierendes Phänomen!


Vor allem, wenn man das erste Mal eine Aufstellung macht, kann das allerdings verwirrend sein, sollte aber vom Moderator der Aufstellung aufgefangen werden.


Mit der Zeit erhält man das Vertrauen und die Erfahrung, alle Impulse wertfrei anzunehmen, die sich in einem zeigen, und sich sicher zu sein, dass alles auf irgendeine Weise zu der Aufstellung gehört.

Es gibt in Aufstellungen keine "falschen" Gefühle oder "falschen" Impulse!


Letztlich nimmt man auch als Stellvertreter auf dieses Weise viel für sich mit und erhält lösende Impulse für seine eigenen Blockaden und Themen.

Was zeigt sich in einer Aufstellung?


In einer Aufstellung werden verschiedenste Faktoren sichtbar, die unbewusst eine Wirkung im Familiensystem entfalten:

  • Es zeigen sich Gefühle und Gedanken, die unbewusst sind oder verdrängt werden und dann aus dem "Untergrund" wirken.

  • Es werden Beziehungsmuster sichtbar, die in einer Aufstellung aus der Distanz betrachtet und bearbeitet werden können, anstatt sie als Mitglied des Systems auszuagieren.

  • Unausgesprochenes, das wohlmöglich schon lange schwärt, zeigt sich und kann geklärt werden.

  • Es werden unbewusste Erwartungen und Regeln sichtbar, sowie eventuelle Seelenverträge oder auch (Lebens-)Themen, die Kinder von ihren Eltern oder Großeltern übernommen haben.

Können Geheimnisse oder unangenehme Dinge offenbar werden?


In einer gut geführten Aufstellung zeigen sich nur die Themen, die gewissermaßen "reif für die Lösung" sind und die Sie gut verarbeiten können.


Das Ziel der Aufstellung sollte sein, dass Sie Erleichterung finden und sich anschließend befreit fühlen! Und gute Moderatoren folgen diesem Ziel und lassen sich dabei von Ihrem System leiten.


Es gibt allerdings auch Klienten, die sehr stark die Frage stellen "Warum besteht das Problem, woher kommt es?" oder die eine Ahnung haben, dass es ein Familiengeheimnis geben könnte.

Und es gibt leider auch Moderatoren von Aufstellungen, die Problemen gerne bis auf den tiefsten Grund gehen, anstatt den Blick auf eine Lösung zu richten.

Unter diesen Umständen habe ich es leider schon erlebt, dass auch unangenehme Themen ans Tageslicht befördert werden, oder dass erlebte Traumata wieder aufgerissen werden.

Dann ist es oftmals nur ein vergleichsweise kleines Übel, wenn die Aufstellung ergibt, dass beispielsweise der Großvater einen Mord begangen haben soll...


Lassen sie sich von diesen (nach meiner Erfahrung eher seltenen) Risiken aber nicht grundsätzlich von einer Aufstellung abhalten! Wählen Sie mit Bedacht die Person, bei der Sie die Aufstellung machen wollen. Und wenn Sie den Eindruck haben, eine Aufstellung läuft in eine ungute Richtung, können Sie jederzeit ihre Rolle verlassen (wenn Sie Stellvertreter sind) oder die Aufstellung beenden.

Was passiert nach der Familienaufstellung?


Am Ende der Aufstellung ist ein Lösungsbild erreicht, das den erwünschten Zustand oder eine gute Annäherung daran zeigt.

Für den Moment sind keine Konflikte mehr sichtbar oder fühlbar, und alle Stellvertreter sind zufrieden mit ihrer Position.


Übertragen auf das Bild vom Mobile hat dieses durch die Interventionen während der Aufstellung Impulse erhalten, ist ins Schwingen geraten und hat dann ein neues Gleichgewicht eingenommen.


Doch was bedeutet das für die Realität und das zukünftige Miteinander der Menschen, die aufgestellt wurden?

Es zeigt sich, dass oftmals ganz erstaunliche Veränderungen sichtbar und spürbar werden, ohne dass auf bewusster Ebene das Verhalten verändert wird.

Auf bislang unbekannte Weise überträgt sich das Ergebnis der Aufstellung auf die seelisch-geistige Ebene der Beteiligten und fließt so in den Alltag ein.

Das wird dadurch sichtbar, dass in bislang angespannten Beziehungen Entspannung einkehrt, Reizthemen nicht mehr so schnell triggern und der Umgang miteinander harmonischer wird.


Je nachdem, wie tiefgreifend und vielschichtig die Problematik ist, sind möglicherweise mehrere Aufstellungen nötig, um – wie beim Schälen einer Zwiebel – Schicht für Schicht abzutragen und bis an die Wurzel des Problems zu gelangen.

Was tun, wenn keine Stellvertreter vorhanden sind? Methoden der Einzelaufstellung


Eine Gruppenaufstellung ist ein ganz besonderes Erlebnis, und die "Gruppenenergie" fördert das Erarbeiten guter Ergebnisse.


Doch nicht immer ist eine Aufstellung in der Gruppe die beste Lösung:

  • Nicht immer sind mehrere Stellvertreter zur Verfügung.

  • Meistens kostet eine Aufstellung in der Gruppe mehr als eine Einzelaufstellung.

  • Bei sehr sensiblen Themen wie traumatischen Erfahrungen empfinden viele Betroffene eine Einzelaufstellung zunächst angenehmer, denn sie bietet einen geschützteren Rahmen als eine Gruppe.


In diesen Fällen ist eine Einzelaufstellung eine gute Alternative. Dafür gibt es zwei grundsätzliche Ansätze:

  • Methoden, bei denen der Klient/die Klientin selber in die verschiedenen Rollen schlüpft (Aufstellungen mit Stühlen oder Bodenankern). Diese Methoden sind gut geeignet, wenn ein konkretes Ziel erreicht werden soll. Für das Aufarbeiten traumatischer Erlebnisse sind sie dagegen nicht zu empfehlen.

  • Methoden, bei denen das System von außen betrachtet wird (Aufstellungen mit dem Familienbrett oder mit Gegenständen, zeichnerische Darstellung der Inneren Anteile etc.). Diese Methoden sind geeignet, wenn die Problematik "dissoziiert" betrachtet werden soll, also eine emotionale Abtrennung zwischen Klient und Problem wünschenswert ist. Zusätzlich ist dieser Ansatz hilfreich, um einen Überblick über die Situation zu bekommen, um gewissermaßen von einer Meta-Perspektive aus auf das Thema zu schauen.

Fazit


Familienaufstellungen und Aufstellungen allgemein sind gleich in zweierlei Hinsicht großartige Methoden:


Einerseits helfen sie dem Klienten/der Klientin bei der Lösung ihrer Probleme und dem Erreichen ihrer Ziele, was ja in der Regel der Grund für eine Aufstellung ist.


Zusätzlich fördern Aufstellungen ungemein die persönliche Entwicklung:

  • man lernt, seine Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und ausdrücken zu können

  • man bekommt auf diese Weise Kontakt zu seinem Inneren und bekommt ein Gespür für bislang unbewusste Vorgange in sich

  • und, was aus meiner Sicht besonders wichtig ist, man erfährt, dass man vielen Problemen nicht machtlos ausgeliefert ist, sondern die Möglichkeit und die eigene Fähigkeit hat, Themen zu lösen

Somit sind Aufstellungen eine spannende Reise zu sich selbst und ich kann Sie nur ermuntern, Ihre Erfahrungen damit zu machen!

Und wenn Sie möchten, begleite ich Sie gerne mit verschiedenen Einzelaufstellungen dabei!


Herzlichst,


Ihre Bettina Grill