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  • Bettina Grill

Chronische Schmerzen: Schmerzgedächtnis und Schmerzkörper mit Mental-Coaching behandeln


Chronische Schmerzen alternativ behandeln - Bettina Grill, Heilpraktikerin - Wörth am Rhein

Chronische Schmerzen belasten Millionen Menschen in Deutschland, und doch gibt es in der Schulmedizin oft nur unbefriedigende Behandlungsmöglichkeiten. Erfahren Sie hier, mit welchen einfachen Methoden aus dem Mental-Coaching und der Systemischen Therapie Sie selber aktiv werden und Ihre Genesung unterstützen können!


Inhaltsverzeichnis



Die Bedeutung von Schmerz

Akute Schmerzen sind nützlich und hilfreich für den Körper. Sie sagen: „Achtung, da ist etwas kaputt, oder es ist kurz davor, kaputt zu gehen!“


Es gibt Erkrankungen, bei denen die Betroffenen keinen Schmerz fühlen. Das führt dazu, dass sie nicht bemerken, wenn sie sich verletzen, und sie schonen verletzte Körperteile nicht und können dadurch den Schaden noch vergrößern. Schmerz hat also absolut eine Daseinsberechtigung, so unangenehm er auch ist.


Doch wenn akute Schmerzen nicht ausreichend behandelt werden und lange anhalten, kann sich daraus ein chronischer Schmerz entwickeln.



Chronifizierung von Schmerz


Chronische Schmerzen sind dadurch gekennzeichnet, dass das Schmerzempfinden sich abgekoppelt hat von den Schmerzreizen. Das bedeutet, das Gehirn meldet großen Schmerz, obwohl nur ein geringer Reiz einwirkt. Oder es produziert ein Schmerzempfinden völlig ohne jede Reizeinwirkung.

Bekannt ist dieses Phänomen bei den so weit verbreiteten Rückenschmerzen: Oftmals haben Betroffene starke Schmerzen, ohne dass es einen körperlich nachweisbaren Befund gibt – medizinisch ist der Rücken „gesund“.


Umgekehrt gibt es aber auch zahlreiche Menschen, die keine Rückenschmerzen haben, bei denen aber bei Untersuchungen zufällig ein Bandscheibenvorfall oder starke Arthrose nachgewiesen wird, Befunde, die nach medizinischen Maßstäben schmerzen müssten.


Das gibt uns einen ersten Hinweis darauf, dass Schmerz nicht allein eine reine Körperfunktion ist, sondern dass es noch andere Faktoren gibt, die dazu beitragen.

Unter diesen weiteren Faktoren spielt die Psyche eine bedeutende Rolle: beispielsweise haben unsere Erwartungen oder auch die Angst vor dem Schmerz eine bedeutende Wirkung auf das Schmerzempfinden.



Was ist das Schmerzgedächtnis?


Wenn Schmerzen lange anhalten und nicht ausreichen behandelt werden, hat das - wie oben beschrieben - Auswirkungen auf das Nervensystem, das nun viel sensibler reagiert. Die dabei entstehenden physiologischen Veränderungen in den Nervenzellen bezeichnet die Medizin als Schmerzgedächtnis.


Grundsätzlich ist es eine gute Fähigkeit des Nervensystems, sich äußeren Reizen flexibel anzupassen und zu lernen.

Vielleicht kennen Sie das, wenn Sie im Bett oder auf dem Sofa mit überkreuzten Beinen liegen und nach einer Weile nicht mehr benennen können, welches Bein oben ist? Der Körper hat sich an die eintreffenden anhaltenden Reize gewöhnt und die Wahrnehmung herunter geregelt.


Bei dem Schmerzgedächtnis gibt es dann einen umgekehrten Lerneffekt: Die Schmerzrezeptoren werden auf die Dauer empfindlicher, reagieren auf geringere Reize und feuern schließlich auch ganz ohne einen Reiz.



Kann man das Schmerzgedächtnis löschen?


In der Schulmedizin gilt das Schmerzgedächtnis momentan noch als nicht behandelbar, zumindest nicht "auf die Schnelle" oder mit einem gezielten Medikament.

Daher wird vor allem versucht, der Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses vorzubeugen. Dafür sollten anhaltende akute Schmerzen ausreichend mit Schmerzmitteln behandelt werden.


Chronische Schmerzen werden meist durch die Kombination von verschiedenen Therapierichtungen behandelt, zur Anwendung kommen dabei beispielsweise:

  • Medikamente

  • Physiotherapie, Massagen, Elektrostimulation

  • physikalische Schmerztherapie wie Wärme- oder Kälteanwendungen

  • Psychotherapie, Entspannungsverfahren (z. B. Meditation, Progressive Muskelentspannung)

  • Akupunktur


So soll das Schmerzgedächtnis überschrieben und das gesunde Schmerzempfinden wieder hergestellt werden.



Alternative Ansätze und Mental-Coaching


Zusätzlich ist es möglich, das Schmerzgedächtnis mit alternativen Ansätzen und mentalen und visualisierten Übungen zu reduzieren oder sogar zu löschen.

Wofür ist es gut?


Eine erste Frage, die man sich dabei aufrichtig stellen sollte, ist die nach dem Nutzen des Schmerzes.

Denn so, wie auch der akute Schmerz eine Funktion für den Körper hat, muss man auch davon ausgehen, dass der chronische Schmerz eine "gute Absicht" verfolgt.


Der Körper (wie auch Psyche und Seele) macht nichts mit der Absicht, dass wir leiden, sondern er hält auf einer uns nicht bewussten Ebene diesen Schmerz schlicht für hilfreich oder notwendig.


Häufig steckt jedoch in dieser positiven Absicht ein unterbewusstes "Missverständnis". Und wenn dieses aufgespürt und aufgelöst ist, besteht für Körper und Seele die Notwendigkeit für den Schmerz nicht mehr.


Hinweis zu den Übungen: Ich spreche den Leser bzw. die Leserin in den Übungen mit "Du" an - auf diese Weise entsteht eine persönlichere Ebene, die beispielsweise auch in Meditationen üblich ist und die die Arbeit mit dem Unterbewussten unterstützt.

Übung: Kopf – Herz - Bauch


Bei dieser Übung geht es darum, wahrzunehmen, was das Unterbewusstsein uns mitteilen möchte zu den Inhalten, die im Schmerzgedächtnis gespeichert sind.

Sie benötigen hierfür drei Blatt Papier, auf die Sie "Kopf" (für Gedanken und Überzeugungen), "Herz" (für Emotionen und Gefühle) und "Bauch" (für die Körperebene) schreiben.

Falls Sie farbiges Papier zur Hand haben, können Sie gut auch dieses nutzen (z. B. Kopf = blau, Herz = rot, Bauch = gelb)


  1. Lege die drei Papiere in einem Dreieck auf den Boden, etwa jeweils 0,5m auseinander.

  2. Stelle dich nacheinander auf diese Bodenanker und spüre in dich hinein. Du kannst mit einem beliebigen Papier beginnen, gerne mit dem, zu dem es dich als erstes hinzieht.

  3. Am besten schließt du dabei die Augen, um besser wahrnehmen zu können. Aber Vorsicht - falls du dabei ins Schwanken gerätst, suche dir Halt an einer Wand oder Stuhllehne!

  4. Jetzt stehst du gewissermaßen in dem Energiefeld, für das der Zettel steht. Alles drei sind Anteile von dir, und dadurch, dass du sie einzeln auf dich wirken lässt, bekommst du klarere Eindrücke.


Fühle an jeder neuen Position zunächst in deinen ganzen Körper hinein:

  • Wie stehst du? Fest mit dem Boden verwurzelt, schwankend, oder nimmst du deine Füße kaum wahr?

  • Wandere dann mit deiner Aufmerksamkeit einmal durch deinen gesamten Körper und achte auf Besonderheiten, die dir auffallen.

  • Spüre besonders in dein Nervensystem hinein, dein Gehirn und Rückenmark (bzw. Kopf und Wirbelsäule; du musst es dir nicht genau vorstellen können, die Absicht reicht!). Was für Empfindungen und innere Stimmen machen sich hier bemerkbar?

  • Sei dir dabei bewusst: alles, was sich hier zeigt und was du mit Neugier, aber achtsam und wertfrei anschaust und durchziehen lässt, löst sich auf und fließt aus deinem System heraus. Das sind gewissermaßen die Speicherinhalte deines Schmerzgedächtnisses, das du auf diese Weise Stück für Stück leerst.

  • Wandere mit deiner Aufmerksamkeit vom Nervensystem weiter zu deiner schmerzenden Stelle und achte auch hier darauf, was sich zeigen möchte.

  • Wenn du den Eindruck hast, dass auf diesem Bodenanker, in dieser Position, Ruhe einkehrt und keine neuen Empfindungen mehr kommen, gehe runter von dem Papier. Wenn du eine kurze Pause brauchst, atme tief durch und bewege dich ein wenig.

  • Dann stelle dich auf den nächsten Bodenanker und schaue, was du dort in dir wahrnimmst. Wie ist hier dein Stand, welche Stimmen melden sich in dir, wie fühlen sich Nervensystem und schmerzende Stelle hier an?

Wenn du alle drei Bodenanker fertig hast, ist dir freigestellt, ob du die Übung beenden möchtest, oder ob du gerne noch einen zweiten Durchgang machen möchtest. Dann kannst du direkt spüren, was sich schon verändert hat.


Das Konzept des Schmerzkörpers


Das Konzept des Schmerzkörpers stammt von dem spirituellen Lehrer und Autor Eckhart Tolle (z. B. das Buch “Jetzt!“).


Er geht davon aus, dass im Laufe unseres Lebens unverarbeiteter emotionaler Schmerz und seelische Traumata im Körper gespeichert werden und sich dann später als körperlicher Schmerz manifestieren. Es ist also die Summe des Leidens, das wir in unserem Leben anhäufen und nicht verarbeiten. Typische Krankheitsbilder sind beispielsweise Kopf- und Rückenschmerzen.

Um den Schmerzkörper allmählich zu heilen, empfiehlt Eckhart Tolle drei Schritte:

  1. Den Schmerz beobachten, ohne dagegen zu kämpfen, und dadurch in die „Gegenwärtigkeit“ kommen. Durch diese Beobachterrolle wird die Identifikation mit dem Schmerzkörper gelöst, man erlebt sich als etwas Getrenntes, das nicht zum Schmerzkörper gehört.

  2. Darauf achten, was sich an Missmut, Groll und anderen Gefühlen in einem zeigt und diese ebenfalls neutral und wertfrei beobachten.

  3. Gegenwärtig und wachsam bleiben, die Gefühle und Gedanken achtsam wahrnehmen, annehmen und durchziehen lassen.

Dieser Ansatz ist ein wunderbarer erster Schritt und hat Ähnlichkeiten zu der oben vorgestellten Übung „Kopf – Herz – Bauch“.

Aber der Begriff "Schmerzkörper" lädt auch dazu ein, auf weitere Weise damit zu arbeiten.


Da ich in meiner Praxis gerne mit einem systemischen Ansatz arbeite, liegt es für mich nahe, den Schmerzkörper methodisch als einen Inneren Anteil von uns zu betrachten. Übungen, die sich auch in der Selbstanwendung gut dafür eignen, sind folgende:


Den Schmerzkörper aufzeichnen


Diese Übung ist nicht nur für jene, die gerne zeichnen oder malen! Es geht nicht darum, ein Kunstwerk zu erstellen. Sondern darum, dem Unterbewusstsein Ausdruck zu verleihen.


Das Unterbewusstsein versteht keine Worte, sondern spricht in Bildern. Daher kommen auch die vielen bildhaften Sprichworte wie "Es bricht mir das Herz" oder " Ihm ist eine Laus über die Leber gelaufen" usw.

Mehr Informationen über das Unbewusste bietet dieser Blog-Artikel.


  1. Für diese Übung benötigst du ein Blatt Papier und einen beliebigen Stift, wenn du möchtest auch farbige Stifte.

  2. Dann zeichne "etwas" auf, was für deinen Schmerzkörper steht. Zeichne dabei intuitiv das erste Bild, das dir in den Sinn kommt. Das kann ein Farbklecks sein, eine schlichte geometrische Form sein oder auch eine, die wie dein Körper aussieht. Wichtig ist, dass du den Kopf dabei ausschaltest und einfach zeichnest, was dir kommt – alles ist erlaubt und alles ist richtig!


Lasse dann dein Werk auf dich wirken:

  • Was für einen Eindruck macht es auf dich?

  • Welche Gefühle strahlt es aus, und welche hast du, wenn du es betrachtest?

  • Welche Gedanken kommen dir?

  • Möchtest du etwas verändern (hinzufügen oder löschen bzw. wegstreichen)? Arbeite mir dem Bild, wie es dir in den Sinn kommt und entwickle es weiter!

Du kannst dich auch fragen, ob es noch etwas Zusätzliches gibt, was dazugehört. Beispielsweise etwas, das von außen oder innen auf den Schmerzkörper einwirkt. Oder vielleicht hast du das Bedürfnis, dich selber oder andere Personen dazu zu malen.


Meistens geht es einige Minuten (in einer therapeutischen Sitzung auch eine Stunde oder länger), in denen sich das Bild weiter entwickelt. Dann kommt der Zeitpunkt, wo du das Gefühl hast, dass es für den Moment gut ist. Lege es dann beiseite und lasse es wirken.


Besonders spannend ist es dann, wenn du nach Stunden oder Tagen wieder auf das Bild schaust: Ist es dann noch "richtig" und fühlt sich stimmig an, oder würdest du es jetzt anders darstellen?

Daran kannst du erkennen, was sich in deinem Inneren bisher schon getan hat!

Und wenn du möchtest, kannst du natürlich beliebig weiter mit diesem Bild oder auch einem neuen arbeiten.


In Kontakt mit dem Schmerzkörper treten


Es geht in dieser Übung darum, in inneren Bildern und in einem sicheren Umfeld dem Schmerz(-körper) zu begegnen und Informationen von ihm zu erhalten.

Wenn du lieber mit inneren Bildern arbeitest als mit gezeichneten, ist diese Übung eventuell die richtige für dich.


  • Wähle für diese Visualisierungs-Übung einen Ort und einen Zeitpunkt, an dem du ungestört bist und dich vollkommen auf das innere Geschehen einlassen kannst.

  • Setze dich bequem hin, schließe die Augen und nimm ein paar tiefe und ruhige Atemzüge.

  • Wenn du magst und schon Meditations-Erfahrung hast, wähle einen Einstieg, der dir liegt. Spüre beispielsweise einmal in dich hinein und nimm deinen Körper wahr. Wie ist dein Kontakt zu dem deinem Sitzmöbel, wie haben deine Füße Kontakt zum Boden?

  • Lasse deine Gedanken zur Ruhe kommen.


Nun stelle dir einen Raum vor, in dem du völlig sicher und geschützt bist, und der ein "Heilraum" sein kann.

  • In diesem Raum stehen zwei bequeme Sessel, und wenn du möchtest, kannst du weitere Gegenstände in den Raum stellen, bis du dich vollkommen wohlfühlst.

  • Nun setze dich in deiner Vorstellung auf einen der Sessel und richte es dir dort gemütlich ein.

  • Brauchst du noch etwas, um dich rundum sicher zu fühlen?

  • Wenn du dich gut fühlst, dann kannst du dir vorstellen, dass du eine Sprechstunde abhältst und als nächstes deinen Schmerzkörper hineinbittest, der sich noch draußen vor der Tür befindet.

  • Beobachte, was passiert und wie du dich dabei fühlst. Egal, was passiert, es ist okay!

  • Es kann sein, dass du deinen Schmerzkörper wirklich wie einen Körper wahrnimmst, oder auch nur als Licht oder Energiewolke.

  • Es kann sein, dass dein Schmerzkörper nicht gerne reinkommen möchte, oder dass du ein mulmiges Gefühl bekommst, wenn er sich nähert. Dann kannst du ihn stoppen, oder den Abstand zwischen den Sesseln vergrößern.

  • Ist er bereit, sich in den Sessel dir gegenüber zu setzen oder möchte er erst mal stehen bleiben?

  • Und ist er bereit, dir Fragen zu beantworten? Du kannst ihn alles fragen, was du möchtest, und du kannst ihm auch alles mitteilen, was dir wichtig ist.

  • Wenn es für dich genug ist, bedanke dich für die Informationen, die du erhalten hast und bitte ihn zu gehen.

Lasse die Situation noch einen Weile nachwirken und komme dann aus diesem Raum langsam wieder zurück in deine Gegenwart. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, strecke dich und öffne die Augen.

Wie ist es dir mit dieser Begegnung ergangen?


Du kannst diese Visualisierung als Abwandlung auch mit geöffneten Augen und ohne einen meditativen Zustand durchführen:

Wähle dafür in deinem (Wohn-)Zimmer einen Sitzplatz für den Schmerzkörper aus. Stelle dir vor, dass er dort Platz nimmt und tritt dann mit ihm in Kontakt.


Fazit


Schmerzen sind einfach richtig "doof" und mindern unsere Lebensqualität zum Teil erheblich.


Wichtig ist es auf jeden Fall, länger anhaltende Schmerzen medizinisch zu versorgen, damit sie nicht chronifizieren.


Da die Medizin allerdings keine Patentlösung hat, um chronische Schmerzen aufzulösen, lohnt es sich, hinter den Schmerz zu schauen und Unterbewusstsein und Seele mit einzubeziehen!


Ich wünsche Ihnen, dass die genannten Übungen Ihnen Linderung verschaffen können, und wenn Sie meine Unterstützung dabei wünschen, begleite ich Sie natürlich gerne auf Ihrem Weg in eine hoffentlich schmerzarme oder sogar schmerzfreie Zukunft!

Herzlichst,

Ihre Bettina Grill

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